Brofaromin OST

Brofaromin OST

Theatrale Installation zu den Medikamenten-Studien internationaler Konzerne in der DDR

Aufführungen am 17./18./19. Juni ’22 um 19 Uhr 

ehemalige Stasi-Zentrale (Normannenstr. 20, Berlin-Lichtenberg)

Tickets ab 18:30 vor Ort

Seit den 60er Jahren führten internationale Pharma-Unternehmen wie Bayer, Pfizer und Ciba Geigy Medikamenten-Studien in DDR-Krankenhäusern durch.

Neben Kreislauf-Medikamenten wurden auch Antidepressiva wie das Medikament BROFAROMIN getestet, oft ohne Aufklärung der Patient:innen.

Dieser „immaterielle Export“ (Schalck-Golodkowski) wurde von der Abteilung für „Kommerzielle Koordinierung“ (KoKo) und mit Hilfe der Staatssicherheit organisiert.

Im kulturellen Gedächtnis des wiedervereinigten Deutschlands sind die medizinischen Testreihen zwischen Ost und West kaum präsent. „Brofaromin OST“ erinnert an die Medikamentenversuche und ihre Nebenwirkungen zwischen Ost- und Westdeutschland.

Wir bringen die chemischen Verbindungen zwischen Kapital und Realsozialismus in die ehemalige Stasi-Kantine in Berlin-Lichtenberg.

Wurden DDR-Bürger:innen als Versuchskanichen benutzt, um die wirtschaftliche Notlage der DDR zu verbessern?

Waren ostdeutsche Patient:innen versessen auf die westlichen „Wunderpillen“?

Was sind die Nebenwirkungen des Westens und wie fühlen sich sozialistische Placeboeffekte an?

Molotow Soda „Laborratte“ (2000)

Ich hab nen neuen Job, ich teste Medikamente. 
Das ist echt easy, man braucht keine Talente.
 Ich verlier ein paar Zähne, die Haare fallen aus,
dafür nehme ich 200 Mark mit nach Haus!
Es ist doch echt geil dass die dafür löhnen,
dass sie mich mit den neuesten Pillen volldröhnen!
Meine Augen tränen, aus der Nase rinnt Blut,
 ich hab ne matschige Birne, aber sonst gehts mir gut!
Ich bin so gerne Testperson auf der Pharmaversuchsstation!
Harte Arbeit, gerechter Lohn auf der Pharmaversuchsstation!
Du willst vielleicht sagen ich lebe gefährlich,
doch ich bin für die Wissenschaft unentbehrlich!
Mir persönlich macht der Job wirklich Spass
 und irgendwann beissen wir doch eh ins Gras!
Ich hab zwar Probleme mich zu konzentrieren 
und das komische Zucken kann ich nicht kontrollieren!
Ich verliere langsam meine Lebenskraft,
 doch das ist der Preis für die Wissenschaft!
Ich bin so gerne Testperson auf der Pharmaversuchsstation!
Harte Arbeit, gerechter Lohn, ich bin Laborratte aus Passion!

 

Das Projekt wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, in Kooperation mit dem Stasi-Unterlagen-Archiv, dem Theater Thikwa und dem Senior:innen-Chor der Stillen Strasse 10.

  • Produktion: Panzerkreuzer Rotkäppchen
  • Regie: Susann Neuenfeldt
  • Dramaturgie: Richard Pfützenreuter, Simon Strick
  • Choreographie: Maike Möller Engemann
  • Lichtdesign: Holger Duhn
  • Musikalische Leitung: Hans Narva
  • Bühne/Kostümw: Konrad Schaller
  • Kommunikation: Anna Stiede
  • Social Media: Maria Ullrich
  • Assistenz: Isabelle Vogt, N.N.
  • Maske: N.N.
  • Tanz: Giorgia Bovo, Kerstin Hurbain, Alix Reigner, Jenny Helene Wübbe, Laura Guy
  • Schauspiel: Maike Möller-Engemann, Luise Grell, Dana Bong, Mareike Hein, Dorothea Löbbermann, Sabine Böhm, Werner Türk
  • Gesang: Anna Stiede, Chor der Stillen Strasse 10, Chorleitung: Bettina Kurella, Band des Theater Thikwa
  • Musikdramaturgie: Inga Dietrich
  • Web: Giannina Herion, Barbara und Stefan Baums
Zurück zur Übersicht